Körperliche (somatoforme) Störungen nach ICD10

Organisch nicht oder nicht ausreichend begründbare körperliche Symptome, die trotz negativer Befunde immer wieder Ärzten präsentiert werden zur neuerlichen Abklärung bzw. organmedizinischen Behandlung.

Somatisierungsstörung
Vielfältige, oft wechselnde körperliche Symptome ohne (ausreichende) organische Ursachen bestehen seit mindestens zwei Jahren und führen zu ständigen Arztkontakten, weil die Betroffenen nichtorganische Ursachenerklärungen ablehnen. Es bestehen mindestens sechs Symptome aus zwei von vier körperlichen Bereichen (Magen/Darm, Herz/Kreislauf, Blase/Genitalbereich, Hautbereich/Schmerzen).

Undifferenzierte Somatisierungsstörung
Restkategorie: weniger Symptome bestehen seit mindestens sechs Monaten.

Hypochondrische Störung
Seit mindestens sechs Monaten Überzeugung, schwer krank zu sein, mit dem Wunsch nach ständigen medizinischen Untersuchungen. Negative Befunde wirken nur kurze Zeit beruhigend, weil die Krankheitsängste andauern. Als Untergruppe: Dysmorphophobie (F45.21), d.h. Überzeugung, körperlich entstellt zu sein.

Somatoforme autonome Funktionsstörung
Nichtorganische Störungen des vegetativen Nervensystems, wobei ein Organsystem im Vordergrund steht, neben anderen unspezifischen Körpersymptomen.

Kardiovaskuläres System
Funktionelle Herz-Kreislauf-Störung, z.B. Herzphobie, seelischer Bluthochdruck

Oberer Gastrointestinalbereich
Funktionelle Störungen des Magens, z.B. Reizmagen

Unterer Gastrointestinalbereich
Funktionelle Störungen des Darms, z.B. Reizdarm

Respiratorisches System
Funktionelle Störung der Atmung

Urogenitalsystem
Funktionelle Blasen- und Genitalstörungen (z.B. Reizblase)

Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
Ein mindestens sechs Monate an den meisten Tagen andauernder belastender Schmerz in einem Körperteil, der organisch nicht oder zumindest nicht vollständig erklärbar ist, steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Patienten. Es besteht ein enger Zusammenhang mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Belastungen, die als Ursache, Auslöser oder Verstärker der Beschwerden gelten.

Sonstige somatoforme Störungen
Störungen, die nicht durch das vegetative Nervensystem vermittelt werden und nur auf bestimmte Körperregionen, wie etwa die Haut, begrenzt sind, z.B. psychogene Menstruationsbeschwerden, psychogene Schluckstörung (inklusive Globusgefühl), psychogener Juckreiz, psychogener Schiefhals, psychogenes Zähneknirschen.