Musiktherapie

Als Musiktherapie werden Ansätze zur Behandlung des Menschen mit Hilfe von Musik und Klängen bezeichnet. Schon seit Jahrtausenden ist die Wirkung von Musik besonders auf geistige und seelische Vorgänge bekannt. Gegenstand der Musiktherapie ist, wie schon der Name sagt, die Musik. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt und bildet das Band zwischen PatientIn und TherapeutIn.

Im Rahmen der Musiktherapie wird Musik gezielt eingesetzt, um das körperliche und seelische Gleichgewicht wieder herzustellen bzw. um die körperliche Gesundheit zu erhalten und zu fördern.

Man unterscheidet die rezeptive Musiktherapie, bei der die PatientIn durch Hören von Musik behandelt wird, und die aktive Musiktherapie, bei der die PatientIn selbst Instrumente spielt oder singt und dadurch positiv beeinflusst wird.

Bei der Musiktherapie ergeben sich besondere Einwirkungen auf die verschiedenen Bereiche des Organismus des Menschen durch Klang, Melodie und Rhythmus. Rein körperlich gesehen wirkt sich Musik auf viele Parameter wie Blutdruck, Puls, Atmung und Hormonausschüttung aus, wichtig sind besonders auch die seelischen Effekte bei der Musiktherapie.

Es sollte eine der jeweiligen Stimmungslage der PatientIn angepasste Musiktherapie gewählt werden. Eine Art rezeptive Musiktherapie ist ebenfalls die beruhigende und schmerzhemmende angenehmen Musikstücken beispielsweise bei Zahnbehandlungen oder anderen Operationen in örtlicher Betäubung.

Bei einer aktiven Musiktherapie stehen in einer Praxis für Musiktherapie neben der Möglichkeit des Singens und Klatschens einige verschiedene Instrumente zur Auswahl, die viele Arten von Schlaginstrumenten, Tasten-, Seiten- und Blasinstrumenten umfassen. Die PatientIn sucht sich aus, auf welchen davon sie spielen möchte und kann sich über die erzeugte Musik ausdrücken, ohne dabei sprechen zu müssen.

Die Emotionen der PatientIn spiegeln sich in der musikalischen Dynamik und anderen Parametern, die von der TherapeutIn beobachtet werden. Durch diese Art der Musiktherapie können Barrieren durchbrochen werden. Eine aktive Musiktherapie gibt daher auch dann Einblick in die Psyche eines Menschen, wenn ein Sprechen aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist, z.B. auch bei psychischen Blockaden oder bei Behinderungen.

Die aktive Musiktherapie kann sowohl in Einzelsitzungen als auch in Gruppensitzungen erfolgen, letzteres ist besonders nützlich, wenn soziales Verhalten gelernt oder verbessert werden soll. Die Musiktherapie kann sinnvollerweise von einer Tanz- und Bewegungstherapie begleitet werden.

Speziell wird die Musiktherapie eingesetzt zur Unterstützung und Behandlung bei Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen (bei manchen psychiatrischen Erkrankungen ist jedoch beim Einsatz der Musiktherapie Vorsicht geboten), bei psychosomatischen Erkrankungen, bei Kindern mit Verhaltens- und Entwicklungsstörungen sowie bei alten und behinderten Menschen.